Pressemitteilung – Aktionswoche gegen Falschparken 2019

Falschparker-Aktionswoche vom 03.06. bis 07.06.2019

Aktionen im Rahmen der bundesweiten Falschparker-Woche auch in Darmstadt. Ein Bündnis der lokalen Mobilitätsvereine will so das Bewusstsein für die Probleme und Folgen von Falschparken erhöhen.

Falschparken ist kein Kavaliersdelikt, denn oft behindern oder gefährden Falschparkende andere Verkehrsteilnehmende durch ihr Fehlverhalten.

Durch falsch geparkte Fahrzeuge werden Gehwege so schmal, dass Personen mit Rollstuhl oder Kinderwagen häufig an gefährlichen Stellen auf die Fahrbahn gezwungen werden oder Wege gar nicht mehr benutzen können. Ebenso sind Radwege häufig blockiert und dadurch Radfahrende gezwungen, sich plötzlich auf die Fahrbahn zu begeben oder auf den Fußweg auszuweichen. Nicht selten kommt es dann mit zu Fuß Gehenden oder unachtsamen Autofahrenden zu weiteren Konflikten. Kinder sind durch falschparkende Autos besonders gefährdet, sie können aufgrund ihrer Körpergröße noch nicht über die Autos hinwegsehen und werden dadurch gezwungen beim Queren weit auf die Fahrbahn zu treten, um freien Blick auf den Verkehr auf der Fahrbahn zu bekommen.

Obwohl die Zusammenhänge bekannt sind, wird in Darmstadt weiterhin an vielen Stellen gefährdend und verkehrsbehindernd geparkt, häufig sogar mit der expliziten Duldung durch die Ordnungskräfte und der beiden verantwortlichen Bürgermeister.

In Darmstadt rufen die Vereine weGErecht, ADFC Darmstadt-Dieburg e.V., FUSS e.V. (Fachverband Fußverkehr Deutschland) und VCD Kreisverband Darmstadt-Dieburg e.V.daher in dieser Woche zur Teilnahme an der bundesweiten Falschparker-Aktionswoche auf. Die in 2018 erstmals von einer kleinen Initiative in Halle angestoßenen Aktion startet in der ersten Juniwoche zum zweiten Mal. Die bundesweite Koordination erfolgt über den VCD Bundesverband und die Initiative Clevere Städte in Berlin.

“Stellen Sie sich vor, sagt, Thomas Grän vom ADFC-Darmstadt-Dieburg, Sie sind zwölf Jahre alt und haben Ihre Eltern überzeugt, dass Sie endlich mit dem Rad in die Schule fahren dürfen. Plötzlich steht vor Ihnen ein Fahrzeug auf dem Radweg, dessen Fahrer NUR kurz Brötchen holt. Mit viel Angst schleichen Sie sich da vorbei. Das können Sie noch nicht mal zu Hause erzählen, sonst dürfen Sie nicht mehr mit dem Rad zu Schule.“

Im Aktionszeitraum werden Vereinsmitglieder und Interessierte mit Infomaterial und Gesprächen die Verkehrsteilnehmer informieren, wie sie richtig parken, ohne andere zu behindern.

„Unser Ziel ist es aufzuklären und den Verkehr für schwächere Verkehrsteilnehmende sicherer zu gestalten“ erläutert Stephan Voeth von weGErecht. „ Gleichzeitig fordern wir eine effektivere Handhabe durch die Stadt, denn falsches Parken ist mittlerweile ein echtes Problem. Nicht umsonst ist es zum wiederholten Male auf dem ersten Platz der Forderungen zum Bürgerhaushalt gelandet.“

Sylke Petri von FUSS e.V. fordert deshalb freie Schulwege für den gesunden Start in den Tag: „Damit Kinder sicher, selbständig und mit Spaß zur Schule laufen oder mit dem Rad fahren können, muss gelten: Autos runter vom Gehweg!” Denn „In vielen Straßen werden Fahrzeuge vollkommen ohne Not auf die Flächen von Rad- und Fußverkehr gestellt, erläutert Katalin Saary ebenfalls vom Verein FUSS e.V., „hier wollen wir mit guter Aufklärungsarbeit, unterstützt durch eine gute Arbeit der Ordnungskräfte ansetzen.“.

Auf flächendeckendes Anzeigen wird im Rahmen der Aktionswoche bewusst verzichtet. Es ist jedoch den Freiwilligen vor Ort überlassen, ob sie bei besonderes schweren Verstößen nicht doch zur wegeheld-App oder anderen Maßnahmen greifen und das Ordnungsamt einschalten.

Interessierte finden weitere Informationen zur Teilnahme und zum korrekten Parken auf www.wegerecht.org/freie-wege/

Und zur bundesweiten Kampagne auf: https://www.vcd.org/jetzt-unterstuetzen/aktiv-werden/falschparker-aktionswoche/